Hinter jeder Tasse steckt eine Reise über Jahrhunderte und Kontinente hinweg. Der Kaffee gelangte von den Bergen Ostafrikas an die Höfe des Orients, von den Häfen Venedigs in die Bars ganz Italiens und wurde schließlich zu jenem täglichen Ritual, das wir heute für selbstverständlich halten. Hier ist seine Geschichte, kurz erzählt.
Die Ursprünge: die Legende von Kaldi
Die Kaffeepflanze (Coffea) stammt aus dem Hochland von Äthiopien. Die berühmteste Legende erzählt von Kaldi, einem Hirten, dem auffiel, dass seine Ziegen seltsam munter wurden, nachdem sie bestimmte rote Beeren gefressen hatten. Neugierig probierten die Mönche eines nahe gelegenen Klosters diese Beeren und entdeckten, dass sie sie während der langen nächtlichen Gebete wach hielten. Legende hin oder her, sicher ist, dass der Kaffee in dieser Region uralte Wurzeln hat.
Die arabische Welt: das Getränk entsteht
Im Jemen, etwa im 15. Jahrhundert, begann man, den Kaffee so anzubauen und zu rösten, wie wir ihn heute verstehen. In den Sufi-Klöstern schätzte man seine anregende Wirkung während der Rituale. Bald entstanden die ersten Kaffeehäuser (qahveh khaneh) in den Städten der arabischen Welt, von Mekka über Kairo bis Istanbul: Orte der Begegnung, der Musik und des Gesprächs. Der Hafen von Mokha im Jemen wurde so bedeutend, dass er der „moka" ihren Namen gab.
Die Ankunft in Europa und in Venedig
Über den Handel mit dem Orient gelangte der Kaffee im 17. Jahrhundert nach Europa, und Venedig war eines der ersten Eingangstore. Anfangs wurde er mit Misstrauen betrachtet, manche nannten ihn sogar „das Getränk des Teufels"; der Überlieferung nach kostete ihn jedoch Papst Clemens VIII. und „taufte" ihn, womit er seinen Genuss billigte. So entstanden die ersten Kaffeehäuser: 1720 eröffnete am Markusplatz das berühmte Caffè Florian, das noch heute in Betrieb ist. Die literarischen Cafés wurden in ganz Europa zu Salons der Kultur.
Die Erfindung des Espresso
Die italienische Wende kommt zwischen dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert. Die Idee bestand darin, mit Druck einen schneller zubereiteten und konzentrierteren Kaffee zu gewinnen. Im Jahr 1884 ließ Angelo Moriondo in Turin eine erste Dampfmaschine patentieren; wenige Jahre später vervollkommneten Luigi Bezzera und Desiderio Pavoni sie für den Einsatz in der Bar. Doch erst 1948 führt Achille Gaggia die Hebelmaschine ein: dank eines Drucks von etwa 9 bar entsteht der moderne Espresso mit seiner unverwechselbaren Crema. Der Espresso, „im Vorbeigehen" am Tresen bestellt, wird zum Symbol der italienischen Schnelligkeit und Geselligkeit.
Die Moka erobert die Haushalte
War der Espresso eine Sache der Bar, so brachte die moka das Ritual in die Wohnungen. Im Jahr 1933 schuf Alfonso Bialetti die berühmte achteckige Kaffeekanne aus Aluminium, die Moka Express, die mit ihrem Art-déco-Design und dem Männchen mit Schnurrbart weltweit zur Ikone des italienischen Designs wurde. Seither ist das Blubbern der moka die Tonspur der italienischen Morgenstunden.
Von der Rösterei zur Kapsel
Das 20. Jahrhundert ist auch das Jahrhundert der großen italienischen Röstereien, die aus der Mischung eine Kunst gemacht haben, indem sie Arabica und Robusta ausbalancierten, um Körper, Crema und Aroma zu erzielen. In den letzten Jahrzehnten brachte die Bequemlichkeit die Einzelportions-Systeme: zuerst die Pads, dann die Kapseln, die heute in wenigen Sekunden einen Espresso wie in der Bar ermöglichen, mit perfekter Dosierung und ohne Verschwendung.
Zum Schluss
Von den Ziegen des Kaldi bis zur Kapsel, die du jeden Morgen einlegst, hat der Kaffee die Geschichte durchquert und ist dabei immer das geblieben, was er ist: ein Genuss zum Teilen. Seine Reise zu kennen, macht jede Tasse noch besonderer. In unserem Katalog findest du die Mischungen der besten italienischen Röstereien als Pads, Kapseln und Bohnen: ein kleines Stück dieser langen Geschichte, bereit für deine Tasse.


